Abschied, nicht weinend

Heute ist der erste Tag meiner letzten offiziellen Schulferien. Oder besser: Das letzte Mal “unterrichtsfreie Zeit”.
Irgendwann ist es genug und um einen weisen alten Lehrer zu zitieren: “No. Try not. Do… or do not. There is no try.” Ich habe es weiß Gott lange genug versucht. 20 Jahre und 2 Arbeitsgerichtsprozesse später muss ich feststellen:
Das Bildungssystem in D ist kaputt. Und zwar vollständig. Sowohl inhaltlich als auch formal. Auf allen Ebenen, von ganz unten (Schule) bis ganz oben (Ministerium).
Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Beitrag bei netzpolitik.org über die “Verschlusssache Prüfung” https://netzpolitik.org/2023/oeffentliches-geld-oeffentliches-gut-das-geschaeft-mit-der-pruefungsvorbereitung/
Darum habe ich gekündigt und werde das Schulsystem verlassen. Zumindest als “Lehrer”, der ich sowieso nie wirklich war. Ich habe unterrichtet, aber als Quereinsteiger ohne “brauchbare Qualifikation” (dazu bei Gelegenheit ein eigener Beitrag 😉 ).
Ganz vom Thema Bildung kann ich mich nicht befreien, dazu ist es zu wichtig. Deshalb wechsele ich in die Lehrerfortbildung, mit der Hoffnung, dort die Schäden beheben zu können, die Lehramtsstudium und vor allem Referendariat verursachen.
Grüße gehen raus an alle, die mich unterstützt und begleitet haben. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt, aber die, die wirklich etwas ändern wollen, sind einfach in der Minderheit. Die Zahl der Verweigerer und Verhinderer ist erdrückend und ein Land, das notwendige Reformen völlig entspannt um VIERZIG Jahre verschiebt, hat verloren.
Wie sagen meine Schüler_innen? “Tschau Kakao”!