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    <title>antifaschistischeintervention</title>
    <link>https://rant.li/antifaschistischeintervention/</link>
    <description></description>
    <pubDate>Sat, 31 Oct 2026 23:11:09 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Redebeitrag 10.10.2026 </title>
      <link>https://rant.li/antifaschistischeintervention/redebeitrag-10-10-2026</link>
      <description>&lt;![CDATA[(gehalten auf der Demo &#34;Antifa heißt: Gegen jeden Antisemitismus!&#34; in Leipzig)&#xA;&#xA;Wir grüßen euch, liebe Antifaschist\innen. Im Folgenden werde ich von der Situation in Dresden berichten.&#xA;&#xA;Den politischen Alltag im Rechtsruck prägt vor allem die AFD, die bei den Kommunalwahlen in Dresden stärkste Kraft wurde. Auf der Straße sind es insbesondere die Freien Sachsen, die regelmäßig Verschwörungsgläubige und anderweitig besorgte Bürger\innen mobilisieren. Das aktionistische, militante Spektrum organisieren JN und mehr noch der Dritte Weg. Allesamt Antisemit\innen mehr oder weniger unterschiedlicher Couleur.&#xA;&#xA;Im Tal der Ahnungslosen haben wir es traditionell mit rechtem Antisemitismus zu tun gehabt. Dieser ist viel kritisiert und bekämpft worden, insbesondere rund um den spezifischen Dresdner Opfermythos, Dresden sei eine unschuldige Kunst- und Kulturstadt während der NS Zeit gewesen und seine Bombardierung folglich unnötig.&#xA;Diese Erzählung ignoriert historische Tatsachen von Täterschaft und militärischer Relevanz. Der Geschichtsrevisionismus aus der Mitte der Gesellschaft war seit den 90er Jahren ein Nährboden für sich jährlich wiederholende Neo-Naziaufmärsche rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten. Dieser wird von der extremen Rechten als „Bombenholocaust“ betitelt -eine Relativierung der Shoah, sowie eine Täter Opfer Umkehr. Eine antisemitische Brücke in die Gegenwart schlägt z.B. das&#xA;Transparent der NPD Kronach mit der Aufschrift „Gestern Dresden Heute Gaza - Völkermörder zur Rechenrechenschaft ziehen!“, das seit 2008 unregelmäßig auf jenen Demonstrationen auftaucht.&#xA;&#xA;Und dann kam der 7. Oktober.&#xA;&#xA;Bis dahin war die Radikale Linke in Dresden weitestgehend verschont geblieben von autoritären Roten Gruppen. Doch nun konnten sich diese auch hier etablieren. Auch der Output anderer Dresdner Strukturen, die etliche Jahre bekannt und vertraut wirkten, erfuhr eine zunehmende antisemitische Eskalation in den vergangenen 3 Jahren.&#xA;&#xA;Die AG Palästina Solidarität der Linkspartei Dresden gründete sich 2025 und fällt im Stadtbild seither vor allem durch Sticker auf, die Israel beenden wollen. Doch war es Tino Chupalla von der AFD, der noch vor der Linkspartei ein Ende der Waffenlieferungen an Israel forderte, selbstredend nicht aus Liebe zum Pazifismus.&#xA;&#xA;K-Gruppen wie der Rote Aufbruch und die KO -Kommunistische Organisation allerdings, erfuhren einen erheblichen Aufwind.&#xA;So beteiligte sich die Dresdner KO an der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ und plante hierzu eine Informationsveranstaltung im traditionell eher linken Dresdner Stadtteil Hechtviertel. Durch eine spontane aber breite Mobilisierung der linken Szene konnte diese glücklicherweise blockiert und verhindert werden.&#xA;&#xA;Der bewegungsaffinere Rote Aufbruch hat mit seinen niedrigschwelligen Angeboten im Vergleich zur theorielastigen KO merklich Zulauf. Diese Woche, genauer am 8. Oktober war der Rote Aufbruch mit einem Infostand beim Dahabflex-Konzert im Dresdner Club Puschkin präsent.&#xA;&#xA;Eine von der Gruppe e\vibes organisierte Demonstration zum feministischen Kampftag 2026 hatte die Ablehnung von Antisemitismus prominent platziert. Offenbar missverstand dies der Rote Aufbruch als Einladung, den postulierten Demokonsens durch ihre deutlich erkennbare Anwesenheit in Frage zu stellen. Ihr mitgebrachtes Transparent behauptete, jeder Widerstand gegen Patriarchat und Imperialismus sei legitim, wobei die Symbolik unmissverständlich verdeutlichte, dass dies auf den Nahostkonflikt zu beziehen sei. Eine Legitimation sexueller Gewalt, wie Geschehen am 7. Oktober und in den folgenden Monaten und Jahren der Geiselhaft - auf einer feministischen Demonstration!&#xA;Wir betrachten dieses Ereignis vor dem Hintergrund etlicher Berichte aus der gesamten Republik, wie auch aus Leipzig, von Übernahmeversuchen, massiven Störungen und verbalen Angriffen auf feministische Demonstrationen von Seiten sich als Palästina- solidarisch verstehenden Gruppierungen am diesjährigen 8. März.&#xA;In Dresden ging die Sache noch glimpflich aus, der Aufbruch erhielt zunächst kritische Begleitung und musste sein Transparent schließlich einpacken, woraufhin etliche Personen die dem Aufbruch und Umfeld zuzurechnen sind, endlich die Demonstration der e\vibes verließen.&#xA;&#xA;Wie schon die Geschehnisse um die abgebrochene Demonstration zum Polizeigesetz in Leipzig zeigen, geht von der Taktik des Aufbruchs eine  ernstzunehmende Gefahr für antiautoritäre linke Organisation aus.&#xA;&#xA;In der Gruppierung Free Palestine Dresden vereinen sich die KO mit Personen aus dem anarchistischen Spektrum. Zusammen werden Vorträge organisiert und Verbindungen der TU Dresden nach Israel recherchiert -und auf der Straße läuft auch mal der Rote Aufbruch mit. Auch dafür, eine Kundgebung am diesjährigen 7. Oktober abzuhalten war man sich nicht zu schade.&#xA;&#xA;Im IZ, Internationalistisches Zentrum fand die Gruppe zwischenzeitlich Räumlichkeiten.&#xA;Nach dem das IZ in diesem Jahr schließen musste, hat nun in Dresden Pieschen ein AIZ eröffnet, in dessen Räumen nun Veranstaltungen stattfinden, die u.a. von Free Palestine beworben werden. Wir müssen befürchten, dass sich dort ein Ort für die antiimperialistische Szene Dresdens etabliert.&#xA;&#xA;Das AND - Anarchistisches Netzwerk Dresden, bekannt für seine pro- ukrainische Haltung, positioniert sich auch klar zum Konflikt um das La Casa in Berlin-Hellersdorf - auf der Seite der Antisemit\innen. Im August wurde der Gruppe New Casa im anarchistischen Hörfunk ein Podium geboten, die Moderation verzichtete auf kritische Nachfragen und begleitete die Äußerungen aus Berlin zustimmend. Einzug in ein Hausprojekt trotz Veto, antisemitische Graffiti, entgrenzte Gewaltbereitschaft bei der Eskalation im Juli -all das interessierte die Moderation nicht. Stattdessen schlug sie den Bogen nach Dresden, Berliner Verhältnisse offenbar als vorbildhaft sehend.&#xA;Solidarische Grüße gehen raus an Reclaim La Casa!&#xA;&#xA;Eine besonders herausstechende Veranstaltung der vom AND organisierten A-Tage wurde unter dem Titel „Beyond Outrage“ im anarchistischen Café Malobeo in der Dresdner Neustadt abgehalten. Dort wurde die Frage nach dem Erfolg der Free Palestine Bewegung nicht in materiellen Errungenschaften beantwortet, sondern mit der kollektiven Empörung. Diese solle nun auf eine strategisch organisierte Ebene gehoben werden. Jede Person, der die explodierenden Fallzahlen antisemitischer Vorfälle seit 2023 nicht entgangen sind, weiß wie das, was dort nach Revolutionsromantik klingt, in der Realität die Verbreitung antisemitischer Inhalte sowie verbale, körperliche und tödliche Angriffe auf Israelis und JüdinnenJuden bedeutet.&#xA;&#xA;Wichtig zu betonen ist uns allerdings auch, dass nur ein Teil der Anarchistischen Szene derart auffällt. Der größte Teil äußert sich bislang dazu schlicht nicht öffentlich.&#xA;&#xA;Uns ist bewusst, dass antisemitische Einstellungen bei Linken andernorts mittlerweile deutlich rabiater auftreten. Wir sehen die Gefahr, dass solch eine Entwicklung auch in Dresden passiert. Es ist uns daher ein drängendes Anliegen, eine weitere qualitative und quantitative Eskalation zu verhindern.&#xA;Der 7. Oktober hat das Thema Nahostkonflikt in der Linken neu entfacht, andere&#xA;relevante linke Themen werden damit faktisch zu Nebenwidersprüchen. Über den als Antizionismus verklärten Antisemitismus finden Linke zu Denkfiguren, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Als linken Ideen zuwiderlaufend sei hier das Victimblaming genannt, über dieses Menschen qua ihrer Herkunft zu Schuldigen an ihrer eigenen Vergewaltigung, Verschleppung und Ermordung werden. Auch die Verharmlosung und Relativierung der Shoah sei hier aufgeführt. Bis hin zum Ruf nach einem Schlussstrich unter die Erinnerung an diese.&#xA;&#xA;Das kennen wir bereits von Rechts. Die AFD poltert schon seit Jahren für eine&#xA;sogenannte Erinnerungspolitische Wende. Nun hat in Heidenau die CDU per&#xA;Stadtratsbeschluss gemeinsam mit AFD und der Bürgerinitiative Oberelbe die Initiative des Pirnaer Vereins Akubiz, weitere Stolpersteine zu verlegen, verhindert. Ziel ist es hier, die Erinnerung an die Shoah aus dem Alltag zu entfernen, an abgelegene Orte zu verdrängen und die Singularität der Shoah zu verwischen.&#xA;&#xA;Natürlich haben wir als Linke ein Problem mit antisemitischen Linken. Ihr Aktivismus hat ganz konkrete gewaltvolle Konsequenzen. JüdinnenJuden sind abermals konfrontiert mit Ausgrenzung und Unsicherheit in nahezu allen Bereichen ihres alltäglichen Lebens.&#xA;Beinahe täglich gibt es neue Meldungen über Anfeindungen; regelmäßig erfahren wir von körperlichen Angriffen und terroristischen Attentaten.&#xA;&#xA;Während eine linke Bewegung sich damit begnügt, mit Islamisten zu paktieren um den einzigen jüdischen Staat zu bekämpfen, realisiert die politische Rechte fortlaufend ihr Projekt, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzugestalten.&#xA;&#xA;Wir sind solidarisch mit den Betroffenen von Antisemitismus, mit den Opfern des 7. Oktobers und ihren Angehörigen. Mit allen stabilen Antifaschist\*innen. Gegen jeden Antisemitismus!&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>(gehalten auf der Demo “Antifa heißt: Gegen jeden Antisemitismus!” in Leipzig)</p>

<p>Wir grüßen euch, liebe Antifaschist*innen. Im Folgenden werde ich von der Situation in Dresden berichten.</p>

<p>Den politischen Alltag im Rechtsruck prägt vor allem die AFD, die bei den Kommunalwahlen in Dresden stärkste Kraft wurde. Auf der Straße sind es insbesondere die Freien Sachsen, die regelmäßig Verschwörungsgläubige und anderweitig besorgte Bürger*innen mobilisieren. Das aktionistische, militante Spektrum organisieren JN und mehr noch der Dritte Weg. Allesamt Antisemit*innen mehr oder weniger unterschiedlicher Couleur.</p>

<p>Im Tal der Ahnungslosen haben wir es traditionell mit rechtem Antisemitismus zu tun gehabt. Dieser ist viel kritisiert und bekämpft worden, insbesondere rund um den spezifischen Dresdner Opfermythos, Dresden sei eine unschuldige Kunst- und Kulturstadt während der NS Zeit gewesen und seine Bombardierung folglich unnötig.
Diese Erzählung ignoriert historische Tatsachen von Täterschaft und militärischer Relevanz. Der Geschichtsrevisionismus aus der Mitte der Gesellschaft war seit den 90er Jahren ein Nährboden für sich jährlich wiederholende Neo-Naziaufmärsche rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten. Dieser wird von der extremen Rechten als „Bombenholocaust“ betitelt -eine Relativierung der Shoah, sowie eine Täter Opfer Umkehr. Eine antisemitische Brücke in die Gegenwart schlägt z.B. das
Transparent der NPD Kronach mit der Aufschrift „Gestern Dresden Heute Gaza – Völkermörder zur Rechenrechenschaft ziehen!“, das seit 2008 unregelmäßig auf jenen Demonstrationen auftaucht.</p>

<p>Und dann kam der 7. Oktober.</p>

<p>Bis dahin war die Radikale Linke in Dresden weitestgehend verschont geblieben von autoritären Roten Gruppen. Doch nun konnten sich diese auch hier etablieren. Auch der Output anderer Dresdner Strukturen, die etliche Jahre bekannt und vertraut wirkten, erfuhr eine zunehmende antisemitische Eskalation in den vergangenen 3 Jahren.</p>

<p>Die AG Palästina Solidarität der Linkspartei Dresden gründete sich 2025 und fällt im Stadtbild seither vor allem durch Sticker auf, die Israel beenden wollen. Doch war es Tino Chupalla von der AFD, der noch vor der Linkspartei ein Ende der Waffenlieferungen an Israel forderte, selbstredend nicht aus Liebe zum Pazifismus.</p>

<p>K-Gruppen wie der Rote Aufbruch und die KO -Kommunistische Organisation allerdings, erfuhren einen erheblichen Aufwind.
So beteiligte sich die Dresdner KO an der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ und plante hierzu eine Informationsveranstaltung im traditionell eher linken Dresdner Stadtteil Hechtviertel. Durch eine spontane aber breite Mobilisierung der linken Szene konnte diese glücklicherweise blockiert und verhindert werden.</p>

<p>Der bewegungsaffinere Rote Aufbruch hat mit seinen niedrigschwelligen Angeboten im Vergleich zur theorielastigen KO merklich Zulauf. Diese Woche, genauer am 8. Oktober war der Rote Aufbruch mit einem Infostand beim Dahabflex-Konzert im Dresdner Club Puschkin präsent.</p>

<p>Eine von der Gruppe e*vibes organisierte Demonstration zum feministischen Kampftag 2026 hatte die Ablehnung von Antisemitismus prominent platziert. Offenbar missverstand dies der Rote Aufbruch als Einladung, den postulierten Demokonsens durch ihre deutlich erkennbare Anwesenheit in Frage zu stellen. Ihr mitgebrachtes Transparent behauptete, jeder Widerstand gegen Patriarchat und Imperialismus sei legitim, wobei die Symbolik unmissverständlich verdeutlichte, dass dies auf den Nahostkonflikt zu beziehen sei. Eine Legitimation sexueller Gewalt, wie Geschehen am 7. Oktober und in den folgenden Monaten und Jahren der Geiselhaft – auf einer feministischen Demonstration!
Wir betrachten dieses Ereignis vor dem Hintergrund etlicher Berichte aus der gesamten Republik, wie auch aus Leipzig, von Übernahmeversuchen, massiven Störungen und verbalen Angriffen auf feministische Demonstrationen von Seiten sich als Palästina- solidarisch verstehenden Gruppierungen am diesjährigen 8. März.
In Dresden ging die Sache noch glimpflich aus, der Aufbruch erhielt zunächst kritische Begleitung und musste sein Transparent schließlich einpacken, woraufhin etliche Personen die dem Aufbruch und Umfeld zuzurechnen sind, endlich die Demonstration der e*vibes verließen.</p>

<p>Wie schon die Geschehnisse um die abgebrochene Demonstration zum Polizeigesetz in Leipzig zeigen, geht von der Taktik des Aufbruchs eine  ernstzunehmende Gefahr für antiautoritäre linke Organisation aus.</p>

<p>In der Gruppierung Free Palestine Dresden vereinen sich die KO mit Personen aus dem anarchistischen Spektrum. Zusammen werden Vorträge organisiert und Verbindungen der TU Dresden nach Israel recherchiert -und auf der Straße läuft auch mal der Rote Aufbruch mit. Auch dafür, eine Kundgebung am diesjährigen 7. Oktober abzuhalten war man sich nicht zu schade.</p>

<p>Im IZ, Internationalistisches Zentrum fand die Gruppe zwischenzeitlich Räumlichkeiten.
Nach dem das IZ in diesem Jahr schließen musste, hat nun in Dresden Pieschen ein AIZ eröffnet, in dessen Räumen nun Veranstaltungen stattfinden, die u.a. von Free Palestine beworben werden. Wir müssen befürchten, dass sich dort ein Ort für die antiimperialistische Szene Dresdens etabliert.</p>

<p>Das AND – Anarchistisches Netzwerk Dresden, bekannt für seine pro- ukrainische Haltung, positioniert sich auch klar zum Konflikt um das La Casa in Berlin-Hellersdorf – auf der Seite der Antisemit*innen. Im August wurde der Gruppe New Casa im anarchistischen Hörfunk ein Podium geboten, die Moderation verzichtete auf kritische Nachfragen und begleitete die Äußerungen aus Berlin zustimmend. Einzug in ein Hausprojekt trotz Veto, antisemitische Graffiti, entgrenzte Gewaltbereitschaft bei der Eskalation im Juli -all das interessierte die Moderation nicht. Stattdessen schlug sie den Bogen nach Dresden, Berliner Verhältnisse offenbar als vorbildhaft sehend.
Solidarische Grüße gehen raus an Reclaim La Casa!</p>

<p>Eine besonders herausstechende Veranstaltung der vom AND organisierten A-Tage wurde unter dem Titel „Beyond Outrage“ im anarchistischen Café Malobeo in der Dresdner Neustadt abgehalten. Dort wurde die Frage nach dem Erfolg der Free Palestine Bewegung nicht in materiellen Errungenschaften beantwortet, sondern mit der kollektiven Empörung. Diese solle nun auf eine strategisch organisierte Ebene gehoben werden. Jede Person, der die explodierenden Fallzahlen antisemitischer Vorfälle seit 2023 nicht entgangen sind, weiß wie das, was dort nach Revolutionsromantik klingt, in der Realität die Verbreitung antisemitischer Inhalte sowie verbale, körperliche und tödliche Angriffe auf Israelis und Jüdinnen_Juden bedeutet.</p>

<p>Wichtig zu betonen ist uns allerdings auch, dass nur ein Teil der Anarchistischen Szene derart auffällt. Der größte Teil äußert sich bislang dazu schlicht nicht öffentlich.</p>

<p>Uns ist bewusst, dass antisemitische Einstellungen bei Linken andernorts mittlerweile deutlich rabiater auftreten. Wir sehen die Gefahr, dass solch eine Entwicklung auch in Dresden passiert. Es ist uns daher ein drängendes Anliegen, eine weitere qualitative und quantitative Eskalation zu verhindern.
Der 7. Oktober hat das Thema Nahostkonflikt in der Linken neu entfacht, andere
relevante linke Themen werden damit faktisch zu Nebenwidersprüchen. Über den als Antizionismus verklärten Antisemitismus finden Linke zu Denkfiguren, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Als linken Ideen zuwiderlaufend sei hier das Victimblaming genannt, über dieses Menschen qua ihrer Herkunft zu Schuldigen an ihrer eigenen Vergewaltigung, Verschleppung und Ermordung werden. Auch die Verharmlosung und Relativierung der Shoah sei hier aufgeführt. Bis hin zum Ruf nach einem Schlussstrich unter die Erinnerung an diese.</p>

<p>Das kennen wir bereits von Rechts. Die AFD poltert schon seit Jahren für eine
sogenannte Erinnerungspolitische Wende. Nun hat in Heidenau die CDU per
Stadtratsbeschluss gemeinsam mit AFD und der Bürgerinitiative Oberelbe die Initiative des Pirnaer Vereins Akubiz, weitere Stolpersteine zu verlegen, verhindert. Ziel ist es hier, die Erinnerung an die Shoah aus dem Alltag zu entfernen, an abgelegene Orte zu verdrängen und die Singularität der Shoah zu verwischen.</p>

<p>Natürlich haben wir als Linke ein Problem mit antisemitischen Linken. Ihr Aktivismus hat ganz konkrete gewaltvolle Konsequenzen. Jüdinnen_Juden sind abermals konfrontiert mit Ausgrenzung und Unsicherheit in nahezu allen Bereichen ihres alltäglichen Lebens.
Beinahe täglich gibt es neue Meldungen über Anfeindungen; regelmäßig erfahren wir von körperlichen Angriffen und terroristischen Attentaten.</p>

<p>Während eine linke Bewegung sich damit begnügt, mit Islamisten zu paktieren um den einzigen jüdischen Staat zu bekämpfen, realisiert die politische Rechte fortlaufend ihr Projekt, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzugestalten.</p>

<p>Wir sind solidarisch mit den Betroffenen von Antisemitismus, mit den Opfern des 7. Oktobers und ihren Angehörigen. Mit allen stabilen Antifaschist*innen. Gegen jeden Antisemitismus!</p>
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      <guid>https://rant.li/antifaschistischeintervention/redebeitrag-10-10-2026</guid>
      <pubDate>Sun, 11 Oct 2026 19:57:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Für ein würdiges Gedenken an Jorge Gomondai!</title>
      <link>https://rant.li/antifaschistischeintervention/fuer-ein-wuerdiges-gedenken-an-jorge-gomondai</link>
      <description>&lt;![CDATA[In der Nacht zum Ostersonntag 1991 stießen Nazis Jorge Gomondai am Albertplatz aus der Straßenbahn – wenige Tage später am 06. April erlag er seinen schweren Verletzungen. Das war der erste rassistisch motivierte Mord in Sachsen nach der Wende.&#xA;&#xA;Jedes Jahr am Todestag von Jorge Gomondai erinnert der Initiativkreis Gedenken. Erinnern. Mahnen an diesen Mord, die Kundgebung am Jorge-Gomondai-Platz findet in einem würdigen Rahmen und unter breiter Beteiligung etablierter Institutionen wie dem Ausländerrat, dem RAA Sachsen und Afropa statt. Die Redebeiträge lassen nichts an politischer Klarheit missen: So kritisierte Dr. Hussein Jinah vom Initiativkreis beim diesjährigen Gedenken die mangelnde politische Aufarbeitung der „Baseballschlägerjahre“. Zudem werde der aktuelle Vormarsch von Rechtsextremen unterschätzt und struktureller Rassismus zu selten thematisiert.&#xA;&#xA;Instrumentalisierung eines rassistischen Mordes: SDS und Co. ohne Scham&#xA;&#xA;Neu war dieses Jahr, dass mehrere Gruppen wie der SDS, die SDAJ, Free Palestine Dresden und Rumman zu einer Alternativ-Demo aufgerufen hatten. Das Motto dieser Versammlung: „Solidarität von Dresden bis Gaza!“ Bei der Demo bestätigte sich dann, dass diese vermeintliche Gaza-Solidarität für die beteiligten Gruppen im Vordergrund stand.&#xA;&#xA;Wir wissen nicht, was Jorge Gomondai zum Nahostkonflikt gedacht und ob ihn dieses Thema überhaupt interessiert hat. Es ist schamlos, das Gedenken an diese rassistisch motivierte Gewalttat für eine antizionistische Demo zu missbrauchen.&#xA;Leider reihen sich die organisierenden Gruppen wie der SDS und die stalinistischen Kommunistische Organisation, die Free Palestine Dresden maßgeblich prägt, in einen bundesweiten Trend ein. So haben linksautoritäre Gruppierungen vielerorts die jährlichen Versammlungen zum Hanau-Gedenken gekapert und zu antisemitischen Aufmärschen umfunktioniert – gegen den ausdrücklichen Wunsch der Hinterbliebenen.&#xA;&#xA;Rassismus in der DDR nicht ausblenden!&#xA;&#xA;Im Aufruftext zu dieser Alternativ-Demo meiden SDS und Co., die DDR-Vergangenheit zu erwähnen. Das ist kein Zufall: Unter den Aufrufenden finden sich Gruppen, welche die DDR systematisch verherrlichen.&#xA;&#xA;Dabei ist der Blick in die DDR-Geschichte unverzichtbar, um die Ereignisse nach der Wende zu verstehen. 1989 war keine Zäsur: Davor und danach existierte ein rassistischer Normalzustand.&#xA;&#xA;Vertragsarbeiter\innen wie Jorge Gomondai, der aus Mosambik stammte, litten in der DDR unter Alltagsrassismus, staatlich gewünschter Isolation und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Die DDR betrog die Arbeiter\innen zudem um einen Teil ihres Lohns, bis heute kämpfen die Betroffenen um Entschädigung. Auch rassistisch motivierte Gewalt gab es zu DDR-Zeiten, das prominenteste Beispiel sind die Ausschreitungen in Erfurt 1975. Jede DDR-Verherrlichung verbietet sich deshalb.&#xA;&#xA;Nie wieder Deutschland! Nie wieder DDR!&#xA;&#xA;Antifaschistische Intervention, April 2026&#xA;&#xA;Mehr über Jorge Gomondai und den rassistischen Normalzustand vor und nach 1989 erfahrt ihr hier: https://gegenuns.de/jorge-gomondai/]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In der Nacht zum Ostersonntag 1991 stießen Nazis Jorge Gomondai am Albertplatz aus der Straßenbahn – wenige Tage später am 06. April erlag er seinen schweren Verletzungen. Das war der erste rassistisch motivierte Mord in Sachsen nach der Wende.</p>

<p>Jedes Jahr am Todestag von Jorge Gomondai erinnert der Initiativkreis Gedenken. Erinnern. Mahnen an diesen Mord, die Kundgebung am Jorge-Gomondai-Platz findet in einem würdigen Rahmen und unter breiter Beteiligung etablierter Institutionen wie dem Ausländerrat, dem RAA Sachsen und Afropa statt. Die Redebeiträge lassen nichts an politischer Klarheit missen: So kritisierte Dr. Hussein Jinah vom Initiativkreis beim diesjährigen Gedenken die mangelnde politische Aufarbeitung der „Baseballschlägerjahre“. Zudem werde der aktuelle Vormarsch von Rechtsextremen unterschätzt und struktureller Rassismus zu selten thematisiert.</p>

<h2 id="instrumentalisierung-eines-rassistischen-mordes-sds-und-co-ohne-scham">Instrumentalisierung eines rassistischen Mordes: SDS und Co. ohne Scham</h2>

<p>Neu war dieses Jahr, dass mehrere Gruppen wie der SDS, die SDAJ, Free Palestine Dresden und Rumman zu einer Alternativ-Demo aufgerufen hatten. Das Motto dieser Versammlung: „Solidarität von Dresden bis Gaza!“ Bei der Demo bestätigte sich dann, dass diese vermeintliche Gaza-Solidarität für die beteiligten Gruppen im Vordergrund stand.</p>

<p>Wir wissen nicht, was Jorge Gomondai zum Nahostkonflikt gedacht und ob ihn dieses Thema überhaupt interessiert hat. Es ist schamlos, das Gedenken an diese rassistisch motivierte Gewalttat für eine antizionistische Demo zu missbrauchen.
Leider reihen sich die organisierenden Gruppen wie der SDS und die stalinistischen Kommunistische Organisation, die Free Palestine Dresden maßgeblich prägt, in einen bundesweiten Trend ein. So haben linksautoritäre Gruppierungen vielerorts die jährlichen Versammlungen zum Hanau-Gedenken gekapert und zu antisemitischen Aufmärschen umfunktioniert – gegen den ausdrücklichen Wunsch der Hinterbliebenen.</p>

<h2 id="rassismus-in-der-ddr-nicht-ausblenden">Rassismus in der DDR nicht ausblenden!</h2>

<p>Im Aufruftext zu dieser Alternativ-Demo meiden SDS und Co., die DDR-Vergangenheit zu erwähnen. Das ist kein Zufall: Unter den Aufrufenden finden sich Gruppen, welche die DDR systematisch verherrlichen.</p>

<p>Dabei ist der Blick in die DDR-Geschichte unverzichtbar, um die Ereignisse nach der Wende zu verstehen. 1989 war keine Zäsur: Davor und danach existierte ein rassistischer Normalzustand.</p>

<p>Vertragsarbeiter*innen wie Jorge Gomondai, der aus Mosambik stammte, litten in der DDR unter Alltagsrassismus, staatlich gewünschter Isolation und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Die DDR betrog die Arbeiter*innen zudem um einen Teil ihres Lohns, bis heute kämpfen die Betroffenen um Entschädigung. Auch rassistisch motivierte Gewalt gab es zu DDR-Zeiten, das prominenteste Beispiel sind die Ausschreitungen in Erfurt 1975. Jede DDR-Verherrlichung verbietet sich deshalb.</p>

<p><strong>Nie wieder Deutschland! Nie wieder DDR!</strong></p>

<p>Antifaschistische Intervention, April 2026</p>

<p>Mehr über Jorge Gomondai und den rassistischen Normalzustand vor und nach 1989 erfahrt ihr hier: <a href="https://gegenuns.de/jorge-gomondai/" rel="nofollow">https://gegenuns.de/jorge-gomondai/</a></p>
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      <guid>https://rant.li/antifaschistischeintervention/fuer-ein-wuerdiges-gedenken-an-jorge-gomondai</guid>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 08:11:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Redebeitrag Antifaschistische Intervention 14.02.2026</title>
      <link>https://rant.li/antifaschistischeintervention/redebeitrag-antifaschistische-intervention-14-02-2026</link>
      <description>&lt;![CDATA[2010 versammelten sich vor dem Bahnhof Neustadt Tausende zum damals grössten Naziaufmarsch Europas seit 1945. Ringsherum blockierten mehr als 10.000 Antifaschistinnen die Strassen. &#xA; &#xA;Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Warum reisten damals sowie heute Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet an? Auch in Städten wie Hamburg oder Leipzig kam es zu Bombardierungen und Zerstörungen – aber nur in Dresden entwickelte sich so ein besonderer Opfermythos. &#xA; &#xA;Blicken wir zurück: 1998 beteiligten sich Nazis erstmals in organisierter Form am bürgerlichen, damals sehr populären Kerzen- und Blumenabwurf an der Ruine der Dresdner Frauenkirche - ein Jahr später folgte der erste Naziaufmarsch, in den Folgejahren stieg die Mobilisierung rasant an. &#xA; &#xA;Das &#34;Antifa Recherche Team Dresden&#34; stellte in ihrem Text „Dresden Ruft“ aus dem Buch &#34;Gedenken abschaffen&#34; fest: &#34;Für deutsche Nazis steht Dresden spektrenübergreifend für zweierlei: die Opferidentität der Deutschen und die Kriegsverbrechen der Alliierten.&#34;&#xA; &#xA;Die Rahmenbedingungen hierfür erwiesen sich als ideal. Die Haltung, Dresden sei unschuldiges Opfer, war in der Dresdner Stadtgesellschaft fest verankert - und ist auch heute noch weit verbreitet. Den Anfang machte bereits die NS-Propaganda. Die SED beförderte zu DDR-Zeiten die Erzählung von der ungerechtfertigen Militäroperation, um den Bombenangriff auf Dresden in ihr antiimperialistisches Weltbild zu pressen: Dresden als Opfer westlich-imperialistischer Staaten. Angefacht wurde dies durch ein konservativ-reaktionäres Bürgertum, das Dresden zur blossen Kulturstadt umdeutete und bewusst Geschichtsrevisionismus betrieb. Ermöglicht durch eine Zivilgesellschaft, welche dieses Problem lange ignorierte – und nicht begreifen wollte und teils bis heute nicht begreift, dass nur eine radikale Kritik am Dresdner Opfermythos den Nazis den Nährboden entzieht. &#xA; &#xA;In einem weiteren Artikel des Buches &#34;Gedenken Abschaffen&#34; analysierte die Gruppe LeA (Leipziger Antifa):&#xA; &#xA;&#34;In Dresden wird besonders deutlich, dass Nazis und ihre Politik nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext stattfinden, an dessen Diskurse sie anknüpfen. Wer dagegen allein die Nazis im Blick hat, beschäftigt sich bloß mit einer Erscheinungsform revisionistischer Politik, nicht aber mit den Ursachen des Problems.&#34; &#xA; &#xA;Deswegen stellen wir uns heute nicht nur den Nazis entgegen. Wir wenden uns entschieden gegen all jene, die den Dresdner Opfermythos in Menschenketten, öffentlichem Gedenken und anderswo weiterhin pflegen. &#xA; &#xA;---&#xA; &#xA;Wenn Nazis so wie heute aufmarschieren, stehen ihnen sehr unterschiedliche Linke unversöhnlich gegenüber. Linke streben allgemein nach einer lebenswerteren Welt für alle Menschen und wollen die Überwindung jener Verhältnisse, die Menschen unterdrücken, benachteiligen und diskriminieren. Die extreme Rechte jedoch hat keineswegs die Gleichstellung aller Menschen im Sinn, ganz im Gegenteil. Dieser fundamentale Unterschied kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich antisemitische Welterklärungsmodelle in allen Teilen der Gesellschaft finden lassen. Unübersehbar deutlich wurde dies im explosionsartigen Anstieg antisemitischer Vorfälle seit dem 7. Oktober.&#xA; &#xA;Seit 2008 tragen Neonazis immer mal wieder ein Banner auf ihrem Marsch, auf dem die Bombardierungen Dresdens mit dem Krieg in Gaza gleich gesetzt werden. Spätestens zu der Zeit entdeckten auch die hippen Neonazis der 2000er Jahre die Kufiya für sich.&#xA;Hier wollen wir auch daran erinnern, dass der Begriff „Zio“ von Neonazis geprägt wurde. Ein Begriff, der alle verunglimpft, welche die Existenz des einzigen jüdischen Staates auf der Welt nicht in Frage stellen wollen. &#xA; &#xA;Wenn aber an Häuserwänden in der Neustadt Graffitis wie &#34;Zios gleich Nazis&#34; auftauchen und auch die Plakate für die heutigen Wiedersetzen-Demos mit antisemitischen Parolen verunstaltet werden – dann sind das nicht jene auf der anderen Seite. Dann sind es Menschen aus unseren linken Milieus. &#xA;Seit einigen Wochen hängen hier in der Neustadt viele schwarze Plakate, die anlässlich des Holocaust-Gedenktags an die NS-Entrechtungspolitik gegenüber Jüdinnen_Juden erinnern. &#xA; &#xA;Hier in der linksalternativen Neustadt wurden diese Plakate grossflächig mit antisemitischen Parolen und Symbolen beschmiert. &#34;Tod Israel&#34;, &#34;Kill all Zionists&#34;, rote Dreiecke – das alles auf Plakaten zum Gedenken an die Opfer des Holocaust. Zusätzlich haben die Täterinnen auf vielen Plakaten gezielt das &#34;jeden&#34; bei Gegen jeden Antisemitismus durchgestrichen. Damit haben sie bestätigt, dass Antisemitismus viele Erscheinungsformen hat und jeder einzelnen entgegenzutreten ist.&#xA; &#xA;Wenn wir sagen, wir finden Antisemitismus bei Linken wie bei Rechten dann hat das nichts mit dem Hufeisen der Extremismustheorie zu tun. Antisemitismus finden sich in allen sozialen Gruppen. Bei Linken motiviert sich dieser oberflächlich betrachtet anders als bei Rechten. Trotzdem ist er jeweils in ähnlicher Erscheinung vertreten: Verschwörungsglaube und Suche nach Sündenböcken die sich als Kapitalismuskritik tarnt. Denken wir nur z.B. an die Dimitroff-These, die eine verschlagene Elite als Strippenzieher für den Faschismus identifizieren will. Unsere Antwort darauf ist klar: Wir werden das nicht hinnehmen. Wir stellen uns konsequent gegen jeden Antisemitismus!&#xA; &#xA;---&#xA; &#xA;Krisen, Rechtsruck, die vermeintliche moralische Legitimierung von Antisemitismus als Folge des 7. Oktobers, Sehnsucht nach autoritären Lösungen aller Orten: Wir leben in herausfordernden Zeiten. &#xA; &#xA;Eine starke antifaschistische Bewegung und emanzipatorische Linke ist wichtiger denn je. Heute zeigen wir uns unversöhnlich mit Nazis und herumopfernder Stadtgesellschaft – Doch das wird nicht reichen. &#xA; &#xA;Den Rechtsruck und die autoritäre Sehnsucht, die sich auch im Erstarken von neostalinistischen K-Gruppen zeigt, werden wir damit nicht stoppen können.&#xA; &#xA;Was wir brauchen, ist eine antifaschistische und emanzipatorische Bewegung, die einem schlichten Welterklärungsmodell wie Antisemitismus genauso konsequent widerspricht wie Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit. &#xA; &#xA;Wir brauchen eine antifaschistische und linke Bewegung, die weiss, dass es nicht leicht ist. Hier in Sachsen ist das offensichtlich. Dieses Wissen hat auch die Proteste gegen das Gedenken und die Nazi-Aufmärsche zum 13. Februar geprägt – mit all den zähen Kämpfen, die das Bündnis Dresden Nazifrei und die radikale Linke ausfechten mussten. Dieses Wissen hat die Dresdner genauso wie die Leipziger Antifa-Szene insgesamt geprägt. Doch das Bewusstsein darum schwindet. Plötzlich erklären selbsternannte Revolutionäre weite Teile der Connewitzer Antifa-Strukturen, das Linxxnet und die Landtagsabgeordnete Jule Nagel zum Feindbild Nr. 1 – nach dem Motto: Sind linke Strukturen dort erstmal zerstört und übernommen, schart sich das Volk hinter den roten Fahnen. &#xA; &#xA;Dies offenbart die Realitätsferne jener autoritären Akteurinnen. Auf solch einer Basis ist der Kampf gegen den Rechtsruck bereits verloren. Die wenigen linken Orte in Sachsen anzugreifen, nimmt die Schwächung der antifaschistischen Bewegung in Kauf. Wer sich mit Autoritären einlässt wird nie in einer befreiten Gesellschaft ankommen. &#xA;&#xA;Für eine Antifaschistische Bewegung - unversöhnlich gegen die autoritäre Formierung, Geschichtsrevisionismus und jeden Antisemitismus!&#xA;Wir wünschen allen stabilen Antifaschist*innen einen ermutigenden, kämpferischen und erfolgreichen Tag!&#xA;&#xA;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>2010 versammelten sich vor dem Bahnhof Neustadt Tausende zum damals grössten Naziaufmarsch Europas seit 1945. Ringsherum blockierten mehr als 10.000 Antifaschist*innen die Strassen.</p>

<p>Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Warum reisten damals sowie heute Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet an? Auch in Städten wie Hamburg oder Leipzig kam es zu Bombardierungen und Zerstörungen – aber nur in Dresden entwickelte sich so ein besonderer Opfermythos.</p>

<p>Blicken wir zurück: 1998 beteiligten sich Nazis erstmals in organisierter Form am bürgerlichen, damals sehr populären Kerzen- und Blumenabwurf an der Ruine der Dresdner Frauenkirche – ein Jahr später folgte der erste Naziaufmarsch, in den Folgejahren stieg die Mobilisierung rasant an.</p>

<p>Das “Antifa Recherche Team Dresden” stellte in ihrem Text „Dresden Ruft“ aus dem Buch “Gedenken abschaffen” fest: “Für deutsche Nazis steht Dresden spektrenübergreifend für zweierlei: die Opferidentität der Deutschen und die Kriegsverbrechen der Alliierten.”</p>

<p>Die Rahmenbedingungen hierfür erwiesen sich als ideal. Die Haltung, Dresden sei unschuldiges Opfer, war in der Dresdner Stadtgesellschaft fest verankert – und ist auch heute noch weit verbreitet. Den Anfang machte bereits die NS-Propaganda. Die SED beförderte zu DDR-Zeiten die Erzählung von der ungerechtfertigen Militäroperation, um den Bombenangriff auf Dresden in ihr antiimperialistisches Weltbild zu pressen: Dresden als Opfer westlich-imperialistischer Staaten. Angefacht wurde dies durch ein konservativ-reaktionäres Bürgertum, das Dresden zur blossen Kulturstadt umdeutete und bewusst Geschichtsrevisionismus betrieb. Ermöglicht durch eine Zivilgesellschaft, welche dieses Problem lange ignorierte – und nicht begreifen wollte und teils bis heute nicht begreift, dass nur eine radikale Kritik am Dresdner Opfermythos den Nazis den Nährboden entzieht.</p>

<p>In einem weiteren Artikel des Buches “Gedenken Abschaffen” analysierte die Gruppe LeA (Leipziger Antifa):</p>

<p>“In Dresden wird besonders deutlich, dass Nazis und ihre Politik nicht im luftleeren Raum, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext stattfinden, an dessen Diskurse sie anknüpfen. Wer dagegen allein die Nazis im Blick hat, beschäftigt sich bloß mit einer Erscheinungsform revisionistischer Politik, nicht aber mit den Ursachen des Problems.”</p>

<p>Deswegen stellen wir uns heute nicht nur den Nazis entgegen. <strong>Wir wenden uns entschieden gegen all jene, die den Dresdner Opfermythos in Menschenketten, öffentlichem Gedenken und anderswo weiterhin pflegen.</strong></p>

<hr>

<p>Wenn Nazis so wie heute aufmarschieren, stehen ihnen sehr unterschiedliche Linke unversöhnlich gegenüber. Linke streben allgemein nach einer lebenswerteren Welt für alle Menschen und wollen die Überwindung jener Verhältnisse, die Menschen unterdrücken, benachteiligen und diskriminieren. Die extreme Rechte jedoch hat keineswegs die Gleichstellung aller Menschen im Sinn, ganz im Gegenteil. Dieser fundamentale Unterschied kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich antisemitische Welterklärungsmodelle in allen Teilen der Gesellschaft finden lassen. Unübersehbar deutlich wurde dies im explosionsartigen Anstieg antisemitischer Vorfälle seit dem 7. Oktober.</p>

<p>Seit 2008 tragen Neonazis immer mal wieder ein Banner auf ihrem Marsch, auf dem die Bombardierungen Dresdens mit dem Krieg in Gaza gleich gesetzt werden. Spätestens zu der Zeit entdeckten auch die hippen Neonazis der 2000er Jahre die Kufiya für sich.
Hier wollen wir auch daran erinnern, dass der Begriff „Zio“* von Neonazis geprägt wurde. Ein Begriff, der alle verunglimpft, welche die Existenz des einzigen jüdischen Staates auf der Welt nicht in Frage stellen wollen.</p>

<p>Wenn aber an Häuserwänden in der Neustadt Graffitis wie “Zios gleich Nazis” auftauchen und auch die Plakate für die heutigen Wiedersetzen-Demos mit antisemitischen Parolen verunstaltet werden – dann sind das nicht jene auf der anderen Seite. Dann sind es Menschen aus unseren linken Milieus.
Seit einigen Wochen hängen hier in der Neustadt viele schwarze Plakate, die anlässlich des Holocaust-Gedenktags an die NS-Entrechtungspolitik gegenüber Jüdinnen_Juden erinnern.</p>

<p>Hier in der linksalternativen Neustadt wurden diese Plakate grossflächig mit antisemitischen Parolen und Symbolen beschmiert. “Tod Israel”, “Kill all Zionists”, rote Dreiecke – das alles auf Plakaten zum Gedenken an die Opfer des Holocaust. Zusätzlich haben die Täter*innen auf vielen Plakaten gezielt das “jeden” bei Gegen jeden Antisemitismus durchgestrichen. Damit haben sie bestätigt, dass Antisemitismus viele Erscheinungsformen hat und <em>jeder einzelnen</em> entgegenzutreten ist.</p>

<p>Wenn wir sagen, wir finden Antisemitismus bei Linken wie bei Rechten dann hat das nichts mit dem Hufeisen der Extremismustheorie zu tun. Antisemitismus finden sich in allen sozialen Gruppen. Bei Linken motiviert sich dieser oberflächlich betrachtet anders als bei Rechten. Trotzdem ist er jeweils in ähnlicher Erscheinung vertreten: Verschwörungsglaube und Suche nach Sündenböcken die sich als Kapitalismuskritik tarnt. Denken wir nur z.B. an die Dimitroff-These, die eine verschlagene Elite als Strippenzieher für den Faschismus identifizieren will. Unsere Antwort darauf ist klar: Wir werden das nicht hinnehmen. <strong>Wir stellen uns konsequent gegen jeden Antisemitismus!</strong></p>

<hr>

<p>Krisen, Rechtsruck, die vermeintliche moralische Legitimierung von Antisemitismus als Folge des 7. Oktobers, Sehnsucht nach autoritären Lösungen aller Orten: Wir leben in herausfordernden Zeiten.</p>

<p>Eine starke antifaschistische Bewegung und emanzipatorische Linke ist wichtiger denn je. Heute zeigen wir uns unversöhnlich mit Nazis und herumopfernder Stadtgesellschaft – Doch das wird nicht reichen.</p>

<p>Den Rechtsruck und die autoritäre Sehnsucht, die sich auch im Erstarken von neostalinistischen K-Gruppen zeigt, werden wir damit nicht stoppen können.</p>

<p>Was wir brauchen, ist eine antifaschistische und emanzipatorische Bewegung, die einem schlichten Welterklärungsmodell wie Antisemitismus genauso konsequent widerspricht wie Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit.</p>

<p>Wir brauchen eine antifaschistische und linke Bewegung, die weiss, dass es nicht leicht ist. Hier in Sachsen ist das offensichtlich. Dieses Wissen hat auch die Proteste gegen das Gedenken und die Nazi-Aufmärsche zum 13. Februar geprägt – mit all den zähen Kämpfen, die das Bündnis Dresden Nazifrei und die radikale Linke ausfechten mussten. Dieses Wissen hat die Dresdner genauso wie die Leipziger Antifa-Szene insgesamt geprägt. Doch das Bewusstsein darum schwindet. Plötzlich erklären selbsternannte Revolutionäre weite Teile der Connewitzer Antifa-Strukturen, das Linxxnet und die Landtagsabgeordnete Jule Nagel zum Feindbild Nr. 1 – nach dem Motto: Sind linke Strukturen dort erstmal zerstört und übernommen, schart sich das Volk hinter den roten Fahnen.</p>

<p>Dies offenbart die Realitätsferne jener autoritären Akteur*innen. Auf solch einer Basis ist der Kampf gegen den Rechtsruck bereits verloren. Die wenigen linken Orte in Sachsen anzugreifen, nimmt die Schwächung der antifaschistischen Bewegung in Kauf. <strong>Wer sich mit Autoritären einlässt wird nie in einer befreiten Gesellschaft ankommen.</strong></p>

<p>Für eine Antifaschistische Bewegung – unversöhnlich gegen die autoritäre Formierung, Geschichtsrevisionismus und jeden Antisemitismus!
Wir wünschen allen stabilen Antifaschist*innen einen ermutigenden, kämpferischen und erfolgreichen Tag!</p>
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      <pubDate>Sun, 15 Feb 2026 10:05:56 +0000</pubDate>
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